«Man muss sich die Selbstdisziplin zum Freund machen»

Das Corona-Virus entwickelt sich rasant zu einer Pandemie und eine grosse Herausforderung für die gesamte Menschheit beginnt. 

Es ist der 1. Januar 2020. Die meisten Menschen planen ihre nächsten Schritte und Ziele, die sie im neuen Jahr umsetzen möchten. Auch für mich beginnt ein neuer Lebensabschnitt – ein weiterer Schritt für meine berufliche Karriere. Ich starte im Herbst mein Studium im Bereich Betriebsökonomie an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. 

Ausbruch und Folgen der Pandemie 

Ein lebensbedrohliches Virus, welches Ende 2019 in China ausbricht und dort sein Unwesen treibt, verbreitet sich auf der ganzen Welt. Im März 2020 geschieht die Katastrophe in der Schweiz. Wie die meisten Länder greift auch die Schweiz zu drastischen Massnahmen, um das Virus zu stoppen. Die Regierung bestimmt einen Lockdown. Es entstehen negative Folgen für die Wirtschaft. Mehr als ein Drittel der Arbeitnehmenden in der Schweiz müssen auf Kurzarbeit umsteigen (Faber, Ghisletta & Schmidheiny, 2020, S. 1). Laut Sheldon (2020, S. 1) verlieren im März und April 2020 ungefähr 30’000 Erwerbstätige ihre Arbeit. Im zweiten Quartal 2020 beträgt die Erwerbslosenquote 4.6%, somit 0.4% mehr als vor einem Jahr (Bundesamt für Statistik, 2020). Viele Unternehmen müssen vorübergehend schliessen und teilweise Konkurs anmelden. Schutzmassnahmen sind: Masken tragen, 1.5 Meter Abstand zueinander halten und regelmässiges Händewaschen. Bei Krankheitssymptomen muss man sich testen lassen und sich in Quarantäne begeben. Der Bundesrat bestimmt Einschränkungen. Ein Beispiel dafür ist das Verbot von Privatveranstaltungen ab zehn Personen. Freizeitaktivitäten sind sehr begrenzt und zum Teil nicht mehr ausführbar. An den Wochenenden mit Freunden in eine Bar zu gehen oder mit der Familie im Ausland Ferien zu machen, ist zu riskant aufgrund der vielen Neuinfektionen. Die meisten dürfen ihre Grosseltern nicht besuchen, weil diese wegen des hohen Alters zu einer Risikogruppe gehören. Der soziale Kontakt zwischen den Menschen ist stark eingeschränkt. Das Weltgeschehen steht still. 

Herausforderungen im Studium 

Der Bundesrat empfiehlt Home-Office, weshalb ich wie alle anderen Studierenden hauptsächlich Online-Unterricht habe. Für mich ist dies umständlicher, weil es manchmal Verbindungsprobleme gibt und der Austausch zu den Mitstudierenden fehlt. Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat vier Studierende interviewt, wie sie die Umstellung erleben. Für Angelina Markl ist die grösste Herausforderung die Distanz zu ihren Studienkolleginnen und Studienkollegen. Besonders bei Gruppenarbeiten sei der Austausch trotz den technischen Möglichkeiten schwieriger. Silas Forrer meint, dass er zu Hause kein wirkliches Pflichtbewusstsein habe. Es sei nicht der ideale Ort, um dauerhaft zu lernen. Ein anderer Student, Pascal Näf, ist der Meinung, dass man sich die Selbstdisziplin zum Freund machen muss. Ausserdem gäbe es zu Hause viele Faktoren, welche ablenken. Auch Kotchanoot Srikham bestätigt diese Aussagen (Fachhochschule Nordwestschweiz, ca. Mitte 2020). 

Motivatoren 

Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, einen geregelten Tagesablauf beizubehalten und den Kontakt zu den Mitmenschen zu pflegen. Neuerdings gehe ich täglich morgens mit meinem Hund in der Natur spazieren, damit ich mindestens einmal am Tag an der frischen Luft bin. Auch Pascal Näf erzählt, dass er jeden Tag einen kurzen Nachmittagsspaziergang zur Auflockerung macht, was er früher nicht tat (Fachhochschule Nordwestschweiz, ca. Mitte 2020). Mit meinen Freundinnen und Freunden plane ich an den Wochenenden oft einen gemeinsamen Abend bei jemandem zu Hause oder ein virtuelles Treffen. Dieses findet via Apps wie Facetime oder Microsoft Teams statt.

Literaturverzeichnis 

Bundesamt für Statistik. (2020, August 20). Erwerbslosenquote gemäss ILO nach Geschlecht, Nationalität und anderen Merkmalen. Neuchâtel, Schweiz. Abgerufen von https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/aktuell/covid-19.assetdetail.14027999.html 

Faber, M., Ghisletta, A., & Schmidheiny, K. (2020). A lockdown index to assess the economic impact of the coronavirus. Swiss Journal of Economics and Statistics, 156 (1), 1-23. Abgerufen von DOI:10.1186/s41937-020-00056-8 

Fachhochschule Nordwestschweiz. (ohne Datum, ca. Mitte 2020). Studieren und Arbeiten im Corona-Lockdown. Abgerufen von https://www.fhnw.ch/de/studium/lifesciences/studieren-und-arbeiten-im-corona-lockdown 

Industrieanzeiger. (2020, April 22). Maschinenbau immer stärker von Corona-Pandemie betroffen. Abgerufen von https://industrieanzeiger.industrie.de/top-news/maschinenbau-immer-staerker-von-corona-pandemie-betroffen/#slider-intro-1 

Sheldon, G. (2020). Unemployment in Switzerland in the wake of the Covid-19 pandemic: an intertemporal perspective. Swiss Journal of Economics and Statistics, 156 (1), 1-9. Abgerufen von https://search.proquest.com/docview/2435018191/abstract/64F9B273F9A94354PQ/4?accountid=151164 

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