Von heute auf morgen steht der Tagesablauf der meisten Menschen wegen der Corona-Pandemie komplett kopf. Anstatt in Büro, Werkstatt oder Schule, wird von nun an zuhause gearbeitet und gelernt. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Gerade auf Neustudierende kommen Hürden zu, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind.
Corona-Massnahmen
Während den ersten paar Wochen wird der Präsenzunterricht an den Fachhochschulen geduldet, jedoch mit vielen Schutzmassnahmen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz beschliesst, bereits ab dem 1. September [2020 – Anm. d. Red] eine Maskenpflicht einzuführen, noch bevor der Bundesrat sich zum Thema äussert. Zudem werden die Klassen in zwei Gruppen unterteilt und die Vorlesungen auf die Hälfte gekürzt, damit beide Halbklassen von wenigstens zwei Lektionen Präsenzunterricht profitieren. Die zwei versäumten Lektionen müssen durch Selbststudium erarbeitet werden. Viele Dozierende entscheiden sich, ihre Vorlesungen nach der Einführungswoche online durchzuführen.
Online-Studium
Am 2. November 2020 verordnet der Bundesrat bis auf Weiteres ein Verbot für Präsenzunterricht an Fachhochschulen und Universitäten. Die Studierenden sind fortan grösstenteils auf sich allein gestellt und können ihre Klassenkameradinnen und -kameraden nur noch als Gesichter auf den verschiedenen Unterrichtsplattformen wahrnehmen. Täglich sitzen die Studierenden bis zu acht Stunden vor ihrem Laptop. Neben der begrenzten Aufmerksamkeitspanne und der zu mangeln drohenden Disziplin kommen auch andere Herausforderungen wie eine laufende Internetverbindung oder ein funktionierendes Mikrofon zum Vorschein. Für die Neustudierenden kommt dazu, dass sie den regulären Ablauf des Studiums noch nicht kennen und das Studium durch das «Distance-Learning» zusätzlich erschwert wird. Auch für die Dozierenden ist die Umstellung auf den Online-Unterricht herausfordernd. Sie müssen sich innert kürzester Zeit an die neue Form zu unterrichten gewöhnen. Das fällt, angesichts der schwierigen Technik, nicht allen leicht.
Auf sich gestellt
Für die Studierenden ist mehr Disziplin erforderlich, um dem Unterricht zu folgen. Zuhause gibt es wesentlich mehr Ablenkungsmöglichkeiten. Die Dozierenden können nicht kontrollieren, ob die Studierenden dem Unterricht folgen oder gerade anderweitig beschäftigt sind. Der Austausch mit den Mitstudierenden wird durch die allgemeinen Corona-Massnahmen zudem erschwert. Zwar ist er virtuell möglich, jedoch fehlt der persönliche Kontakt. Für die Studierenden aus dem ersten Jahr kommt dazu, dass sie ihre Kolleginnen und Kollegen bisher nicht gut kennenlernen konnten und wenig persönlicher Kontakt entstanden ist. Dadurch fällt es einigen schwer, abschätzen zu können, ob ihre Frage allgemein relevant ist, oder sie sich «blamieren» würden.
Covid-19 bestimmt zurzeit unseren Alltag. Keine Institution kann behaupten, hundertprozentig auf diese Situation vorbereitet gewesen zu sein. Der Fachhochschule Nordwestschweiz ist es schnell gelungen, sich zu adaptieren. Die Studierenden der Frühlings- und Herbstsemester unter Corona-Konditionen erfahren mehr Herausforderungen als die Studierenden in den letzten Jahren.