«Im Grossen und Ganzen reibungslos»

Als Soldat der Schweizer Armee im Assistenzdienst habe ich die erste Welle erlebt, als Student der Fachhochschule befinde ich mich nun in der zweiten Welle. Das Virus? – Das gleiche. Die Situation? – Eine andere!

Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. Die Frage ist längst nicht mehr «Wer ist betroffen?», sondern vielmehr «Wer ist wie stark betroffen?». Auch vor der Landesgrenze der Schweiz hat das Coronavirus nicht Halt gemacht und ist rücksichtslos «einmarschiert». Die aktuelle Situation und neue Höchstwerte zwingen uns solidarisch zu handeln und unsere Aktivitäten, Kontakte und unseren Alltag erneut einzuschränken. Auch der Bundesrat hat zusätzlich reagiert und für die Hochschulen folgende Weisung veröffentlicht:

«Der Präsenzunterricht wird ab dem 2. November 2020 komplett verboten. Ab sofort gilt für Schweizer Hochschulen nur noch Fernunterricht!»

Diese Umstellung trifft Studierende im ersten Semester besonders stark. Immer wieder wird uns bewusst, dass wir die Klassenkameraden noch gar nicht kennen lernen konnten. Die technischen Mittel ermöglichen eine Vermittlung von Theorie und Lernstoff. Der Austausch unter Studierenden kommt aber meist zu kurz.

Wie sieht eine typische Studienwoche zu Zeiten COVID-19 aus?

Eine einfache Frage mit keiner klaren Antwort. Eine typische Woche gibt es nicht. Abwechselnde Unterrichtsformate verhindern eine monotone Wissensübermittlung. So kann man vor allem drei Methoden unterscheiden. Das synchrone und asynchrone Unterrichtsformat, sowie das Selbststudium. Bei der synchronen Vorlesung wird der Dozent live zugeschaltet. Die Studierenden verfolgen den Unterricht von zu Hause aus, im Geschäft oder von unterwegs. Eine mögliche Alternative ist die asynchrone Methode. Der Unterricht wird nicht durch eine direkte Übertragung durchgeführt. Es werden beispielsweise Videos oder vertonte PowerPoint-Präsentationen aufgeschaltet, welche zu einem beliebigen Zeitpunkt bearbeitet werden können. Zu guter Letzt werden gewisse Unterrichtsblöcke in ein Selbststudium umgewandelt. So erhält man meist einen Bearbeitungsauftrag, welcher dann selbständig zu erarbeiten ist.

Webex, Zoom oder Microsoft Teams? Kahoot, Menti oder Team-Pad?

Diese Fragen stellt man sich mittlerweile. Die Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion sind zu Zeiten der Digitalisierung unendlich. Während die ersten drei Beispiele Messenger-Plattformen darstellen, sind die letzten drei für interaktive Zwecke geeignet. Von Abstimmungen bis zu Quiz ist alles dabei. Die Dozenten nehmen die Möglichkeiten wahr und versuchen auch in den Unterricht Abwechslung hineinzubringen.

Technische Probleme – Jeder kennt sie!

Natürlich ist eine Umstellung des Unterrichts von Face-to-Face zu online mit einigen Schwierigkeiten verbunden. «Man hört Sie nicht» oder «Wir können dem Meeting nicht beitreten» sind die wohl häufigsten Probleme. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch bestätigen, dass der Unterricht im Grossen und Ganzen reibungslos verläuft. Technische Probleme werden meist von den Dozenten rasch erkannt und behoben.

Was ist nun besser? Der Online- oder Präsenz-Unterricht?

Die Meinungen sind sehr unterschiedlich. Die einen mögen das virtuelle Studieren, die anderen möchten so rasch wie möglich an den Campus zurückkehren. Ich gehöre eher zur zweiten Gruppe. Mir fehlt der persönliche Austausch vor, während und nach dem Unterricht.

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