Im September 2020 begann das Herbstsemester und die Neustudierenden starteten ihr Studium. Die Informationsveranstaltungen fanden noch vor Ort statt (natürlich mit Maske). Doch bereits in der zweiten Woche begannen die Dozierenden mit dem Onlineunterricht.
Ungewöhnlicher Start für Neustudierende
«Sie haben sich ein tolles Jahr für den Studienbeginn ausgesucht, das tut mir leid für Sie», war meist der erste Satz, den die neuen Studentinnen und Studenten von den Dozenten hörten. Anders ist das Studium zu Zeiten von Covid-19 auf jeden Fall, denn anstatt sich mit seinen Mitstudierenden anzufreunden und auszutauschen, war Onlineunterricht oder Selbststudium angesagt. Schon vor Beginn des Studiums teilte das Sekretariat per E-Mail mit, dass der Präsenzunterricht nur in Halbklassen stattfinden kann. Das führt dazu, dass sich die jeweiligen Halbklassen der Studierenden im ersten Semester bisher nur online gesehen oder gehört haben. Für sie ist von A bis Z alles neu und wegen Corona sind die Neustudierenden noch mehr auf sich allein gestellt als unter normalen Umständen. Mit WhatsApp-Gruppenchats konnten die grössten Unklarheiten oder Fragen zum Glück aber aufgeklärt werden.
Unterricht mal anders
Präsenzunterricht mit Maske ist nicht ganz so einfach. Mit verdecktem Mundbereich hört man einerseits leise Stimmen noch schlechter als sonst schon, man kann aber auch kaum Mimiken erkennen. Ist der Dozent fröhlich, nachdenklich oder genervt? Ausser ihm selbst, weiss es wohl niemand. Natürlich ist der Unterricht vor Ort vorteilhaft, um sich mit Mitstudierenden zu unterhalten. Eine Herausforderung bildet hier aber die Maske, wenn es um die Wiedererkennung der Menschen geht. So musste ich beispielsweise mehrere Wochen lang die gleichen Personen nach dem Namen fragen, was leicht unangenehm war. Da nur in Halbklassen unterrichtet werden durfte, führten die Dozenten und Dozentinnen den Unterricht zweimal in halb so langer Zeit durch. Leider musste deshalb ein Teil des Unterrichts jeweils im Selbststudium nachgeholt werden. Das war nicht immer einfach, da in der nächsten Woche auch nicht übrig Zeit war, um die Themen vom Selbststudium nochmals im Unterricht zu besprechen.
Die liebe Technik
Bekanntlich will die Technik nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Auch beim Onlineunterricht läuft daher nicht alles reibungslos ab. Mal geht das Mikrofon nicht, ein anderes Mal können nicht alle dem Meeting beitreten. Im Grossen und Ganzen wird die Unterrichtsform von zu Hause aus aber auch geschätzt. Der Weg zur Fachhochschule fällt weg und man kann während des Unterrichts essen, ohne jemanden zu stören. Sehr praktisch sind Aufzeichnungen des Unterrichts, welche in der Nachbearbeitung nochmals angesehen werden können. Auch die vertonten PowerPoint-Präsentationen haben sich bewährt, so können sich die Studierenden den Unterricht selber einteilen und bei Unklarheiten nochmals zur betroffenen Stelle zurückgehen. Sogar Diskussionen in Gruppen oder gar Gruppenarbeiten werden virtuell in sogenannten «Break-out-rooms» abgehalten. So geht der Austausch nicht verloren und die Teilnehmenden haben auch online die Möglichkeit, sich kennen zu lernen.
Wie geht es weiter?
Leider kann die Frage, wie es mit den Prüfungen und dem nächsten Semester weitergehen wird, noch nicht beantwortet werden. Ob wieder Präsenzunterricht möglich sein wird, weiss aktuell niemand. Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat sich aber gut eingerichtet, so dass der Unterricht ohne grosse Einbusse des Stoffs weitergeführt werden kann.